WMDEDGT 2/2017

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Was machst du eigentlich den ganzen Tag – 5.2.2017

Heute vor sechs Jahren haben wir geheiratet. Die Jahre sind schnell vorbei gegangen und doch nicht so schnell. Es ist eine Menge passiert. Ich habe mein Studium beendet, angefangen zu arbeiten, wir sind umgezogen, haben J. bekommen, sind nochmal umgezogen und nochmal umgezogen – dieses Mal ins eigene Haus – haben T. und E. bekommen, haben unser Haus Stück für Stück renoviert, haben uns geärgert, gefreut, haben gelacht und geweint.

Heute ist also das erste Mal, dass ich beim WMDEDGT mitmache.

Heute.

Was war denn alles heute?

Heute kam eine kleine T. ins Schlafzimmer getapst. „Mama“ sagte sie. E. lag noch in meinem Bett, ich hatte sie nachts zum Stillen zu mir genommen. Ich sagte T., dass sie zum Papa ins Bett gehen soll. Kurz darauf ein Schrei: „Papa! Mama!“, J. war wach geworden. Er schreit so lange in seinem Bett, bis einer von uns zu ihm geht. Das macht er so. Immer. Auch nachts. V. schälte sich aus seiner Bettdecke.

Gegen halb neun wurde ich wieder wach. E. wurde unruhig. Wir standen auf, es gab eine frische Windel, der Schlafanzug wurde ausgezogen, Pullover und Strumpfhose wurden angezogen. E. strahlte mich mit ihren Grübchen und ihrem zahnlosen Mund an. Ich legte sie auf den Teppich bis ich mich selbst angezogen hatte. Sie drehte sich in der Zwischenzeit auf den Bauch. Das macht sie seit gestern Abend.

Der Frühstückstisch war schon gedeckt als wir runter kamen, aber das Müsli fehlte noch. Ich fing an Hafer durch die Flockenquetsche zu quetschen. T. kam und wollte auf den Arm. Aber sie wollte auch Müsli. Und auf den Arm. Und Müsli, am besten sofort. J. saß schon am Tisch und hatte Hunger.

Irgendwann frühstückten wir, J. und T. noch im Nachthemd. J. beschwerte sich, ihm sei kalt. Aber anziehen wollte er sich nicht.

E sitzt jetzt mit uns am Tisch auf meinem oder auf V.s Schoß. Sie greift nach einem großen Löffel und schmeißt ihn vom Tisch. Und schmeißt ihn vom Tisch. Und schmeißt ihn vom Tisch. Und einmal quer über den Tisch.

Ich hatte mir vorgenommen, in die Kirche zu gehen. Wir haben einen neuen Pfarrer. J. und T. wollten mit, J. wollte sich nicht anziehen. Ich bin also mit T. allein gegangen.

T. hat in der Kirche fleißig mitgesungen. Und mitgeredet. Der Pfarrer hat eine Predigt gehalten, in der er das Bild von einem Ruderboot auf dem Bodensee benutzt hat. Und das Bild von einer Seilbahn. „Bodensee!“ rief T. begeistert. „Seilbahn, Seilbahn, Seilbahn!“ und „Guck mal Mama, Maria und Josef!“. „Mama, hör mal, da schreit E.!“ und ich erklärte ihr, dass das ein anderes Baby sei.

Nach der Kirche wollte sie dann noch mit den Schulkindern fangen spielen. Die Schulkinder haben das gar nicht richtig mitbekommen, aber T. hatte ihren Spaß. Wir sind dann noch schnell in die Bücherei gegangen und dann nach Hause.

Zu Hause angekommen haben T. und ich Mittagessen gemacht. T. wollte unbedingt Brokkoli schneiden, ich musste mich sehr zusammenreißen, dass ich ihr das scharfe Messer nicht aus den Händen gerissen habe. Danach waren die Kartoffeln dran und dann wurde es uninteressant und sie ist zu ihrem Papa und den Geschwistern ins Kinderzimmer gegangen, um Lego zu bauen.

Nach dem Mittagessen sind V. und T. dann ins Bett gegangen, ich habe E. gestillt, mir Kaffee gemacht und mit J. das Legohaus erweitert. Um drei habe ich V. wieder geweckt, er hat die Übernachtungstasche für die beiden großen Kinder gepackt und sie bei Oma und Opa abgeliefert. Heute Abend gehen wir zu zweit etwas Essen. Nachher werden wir E. noch zu Oma und Opa bringen und ein paar kurze Stunden zu zweit genießen. Wenn wir wieder nach Hause kommen, werden wir E. in ihr Bett legen und ich werde schlafen gehen, vielleicht sehen wir noch eine Folge Heroes. V. wird wach bleiben, denn heute ist Superbowl und den will er sich ansehen. Und dann ist auch schon morgen und unser sechster Jahrestag ist zu Ende.

Kategorie: Allgemein

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