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Was heißt „dazu gehören“ und wie lassen wir uns von der Meinung anderer Menschen beeinflussen? – Eine Selbstanalyse

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Llamasus schreib bei Drei kleine Lamas:

„Gerade seit ich selbst Mutter bin, erlebe ich, dass es wieder diese Gegenstände, Kleidungsstücke, Meinungen und Verhaltensweisen gibt, die man braucht, um ‚dazu zu gehören‘. „

Danke, Llamasus, für diesen Aufhänger. Ich finde das Thema unglaublich schwierig. Ich bin selbst sehr von Konsum geprägt, das muss ich ganz offen zugeben. Wenn ich nichts zu tun habe, gehe ich in der Stadt bummeln und gucke mir die Auslagen der Läden an. Oder ich surfe stundenlang in irgendwelchen Internet-Shops und suche mir Dinge aus, die ich vermeintlich haben muss. Vom Kaufen kann ich mich meistens abhalten. Ich weiß, dass ich danach ein schlechtes Gewissen hätte, etwas gekauft zu haben, das ich nicht unbedingt bräuchte. Aber immer nur angucken, macht auch nicht glücklich.

„Konsum macht nicht glücklich. So einfach ist das. Ob es nun um etwas Kleines oder um etwas großes geht: Ständig mithalten zu wollen, macht unfrei.“ (Llamasus)

Die üblichen Modeketten lasse ich meistens links liegen, außer ich brauche wirklich etwas. Aber Bastelläden, Haushaltwaren-Geschäfte, Stoffläden und Buchländen ziehen mich magisch an. Dabei entwickeln sich Ideen, was ich alles haben muss. Angesport wird dies auch durch die immer wiederkehrenden Fragen „Was wünschst du dir zum Geburtstag“ und „Was wünschst du dir zu Weihnachten“. Auf die Art habe ich schon Sachen bekommen, die am Anfang schön waren, dann aber kurz darauf in irgendeiner Ecke verstaubten.

Kleidungsstücke sind nicht unbedingt mein Fall, wenn es darum geht, mit anderen mithalten zu wollen. Was allerdings auf jeden Fall wahr ist, ist, dass ich zu bestimmten Anlässen bestimmte Normen erfüllen „muss“. Einige dieser Normen sollte man, wie ich finde, auch besser einhalten, wie zum Beispiel beim Vorstellungsgespräch. Ich will ja nicht meine Chancen nur durch schlechtes Auftreten zunichte machen. Wobei, anscheinend ist der Hosenanzug gar nicht so wichtig. Tino ist bisher auch nicht im Anzug zum Vorstellungsgespräch gegangen und hat die Stellen trotzdem bekommen. Auch zur nächsten Hochzeit hätte ich gern ein neues Kleid gehabt, so wie bei den letzten Hochzeiten. Die Kleider hängen jetzt im Kleiderschrank, ob ich sie nochmal anziehe, ist die große Frage.

Als Jugendliche waren Miss Sixtys Hosen gerade sehr angesagt. Sie gefiehlen mir sehr gut und ich wollte unbedingt eine haben. Sie waren aber auch unglaublich teuer. Und wirklich glücklich hat mich die Hose dann auch nicht gemacht. Irgendwie war sie ziemlich ungequem.

Das dazu gehören wollen bei Kleidung ist so eine Sache. Wie beim Vorstellungsgespräch ist es auch im Alltag so, dass ich nicht negativ bewertet werden will, bevor man mich überhaupt kennen gelernt hat. Aber das ist vermutlich ein Wunschgedanke, der sowieso nicht eintrifft, schließlich bewertet man Leute grundsätzlich zunächst mal aufgrund ihres Aussehens.

Jetzt habe ich eher diesen „Mama, die keine Zeit hat, sich hübsch zu machen“-Stil. Schlabbrige T-Shirts, lange Haare, praktische Jeans und Schuhe, alles ein bisschen von Kinderhänden vermatscht. Generell bin ich mehr ein naturverbundener Typ. In der Abizeitung wurde ich zum Öko der Stufe gewählt. Damals war mir das total unangenehm, heute bin ich ein bisschen stolz drauf.

Und da haben wir es also doch. Anscheinend ist es mir wichtiger, als ich dachte, die „richtige“ Kleidung zu tragen.

Bei Meinungen und Verhaltensweisen bin ich auch eher mehr in der alternativen Szene unterwegs. Wobei das ja auch wieder eine Szene ist, wo bestimmte Meinungen und Verhaltensweisen erwartet werden. Und auch hier gilt, was Llamasus gesagt hat:

Ob es nun um etwas Kleines oder um etwas großes geht: Ständig mithalten zu wollen, macht unfrei.“ (Llamasus)

Oft stelle ich mir die Frage „Was will ich eigentlich wirklich?“. Ich kann nicht alles machen, was mir vorgegeben wird oder was ich irgendwo sehe. Mein Tag ist keine Woche und meine Woche kein Monat.

Ich möchte gern arbeiten, warum das so ist und warum Teilzeitarbeit für mich nicht in Frage kommt, habe ich hier geschrieben.
Damit renne ich gegen den Strom. Viele junge Mütter wollen nicht arbeiten oder, wenn sie arbeiten wollen, dann aber nur in Teilzeit, weil sie mehr Zeit für ihr Kind haben wollen.
Tatsächlich wird auch nicht angenommen, dass ich arbeite. Schließlich habe ich ein kleines Kind und bin schwanger, wie kann es sein, dass ich dazwischen schon wieder fast ein Jahr gearbeitet habe?

Ich möchte dass das Murmeli zu einem gesunden, selbstständigen und verantwortungsbewussten Menschen heranwächst. Gesund soll es sein, das heißt für mich auch, dass es gute Lebensmittel bekommt, damit bin ich wieder voll im Trend. Junge Mütter kaufen Bioobst, Biogemüse, Vollkornnudeln, etc. Dazu gehört auch, dass ich unbedingt stillen wollte. Das hat mich unglaublich viele Nerven gekostet und ich wurde mehrmals angehalten Pre-Nahrung zu geben. Letzen Endes hat es dann doch geklappt. Ob mich das ganze glücklich gemacht hat? Ich weiß es nicht, es wurde irgendwie erwartet, von mir selbst und von meiner Umgebung, dass ich stille. Ich hätte mich als Versager gefühlt, wenn ich es nicht „geschafft“ hätte. Am Anfang hat mich das ganze sogar im Gegenteil sehr gestresst. Ich weiß nicht, ob es in dieser Frage ein richtig oder falsch für mich gegeben hätte. Ich glaube stillen und Fläschchen füttern hätten mich auf ihre Art und Weise unglücklich und glücklich gemacht.

Selbstständig und verantwortungsvoll soll das Murmeli werden. Ich könnte jetzt auf irgendeinen Zug aufspringen, der genau das verspricht. Montessori zum Beispiel hört man jetzt immer häufiger. Es werden hier gerade Schulklassen eingerichtet, auch im Internet kann man viel zum Thema finden. Aber das möchte ich nicht. Die Zwänge, die durch eine gewählte Erziehungsmethode entstehen, möchte ich mir und dem Murmeli ersparen. Was ich mir unter Erziehung vorstelle, dazu schreibe ich lieber ein anderes Mal mehr.

Ich möchte mich meinen Mitmenschen und meiner Umgebung gegenüber verantwortlich „benehmen“. Das heißt auch, dass ich voll auf den Zug aufgesprungen bin, der möchte, dass wir Plastik vermeiden. Ich versuche im Allgemeinen Müll zu vermeiden und Verpackungen. Darüber muss ich auch mal irgendwann schreiben, dieser Beitrag wird zu lang.

Im Zuge der Müllvermeidung bleibt es allerdings nicht aus, einige Sachen selbst zu machen. Das ist etwas, das ich eigentlich nicht so unbedingt machen muss. Aber wenn ich keinen Joghurt im Laden kaufen kann, dann muss ich ihn selbst machen. Darauf verzichten will ich nämlich nicht. Und das selber machen ist auch gerade ein großer Trend. Also bin ich auch da aufgesprungen.

Ich befürchte also, dass ich der totale Mitläufer bin. Auch, wenn das nicht für die Massenbewegung mit dauerhafter Fernsehbeschallung, billigen Lebensmitteln aus dem Supermarkt und einer Alles-Egal-Einstellung gilt. Trotzdem habe ich mich unbewusst einer Bewegung angeschlossen, auch wenn das noch eine kleinere Gruppe von Menschen ist. Der Bewegung, die auf natürliche Materialien achtet, versucht ökologisch und gesund zu leben und versucht ihre Kinder in diesem Sinne zu erziehen. Außerdem der Bewegung, die versucht sich vom Konsum loszulösen, sei es vom Medienkonsum oder vom Kaufkonsum.

Ich könnte mich noch vielen Dingen anschließen, die ich für wichtig oder gut oder schön halte. Meine Kleidung würde ich gern selbst machen, aber ich kann nicht nähen und ich wüsste nicht, wann ich das tun sollte. Scrapbooking gefällt mir sehr. Innendesign auch. Die vielen kleinen bunten Basteleien, die man jetzt überall sieht. Keine Zeit für sowas. Und ich würde mir wieder jede Menge Material kaufen, das dann am Ende verstauben würde. Politik interessiert mich grundsätzlich, es gibt Themen, die mir wichtig sind und die ich gern unterstützen würde. Auch dieses werde ich nicht tun.

„Ein wirklich beindruckender Mann sagte mal zu mir: ‚Ich suche nicht die Sympathie und die Zuneigung anderer.'“ (Llamasus)

Ein Satz, der wirklich beeindruckend ist. Ich suche diese Zuneigung, immer! Nicht gerade aller Menschen, aber der Menschen, die ich gern habe. Die Zuneigung der Menschen, die ich bewundere. Ich kann nicht glauben, dass ein Mensch nicht die Sympathie und Zuneigung anderer sucht. Höchstens, falls er ein Einsiedler ist.

Unser Haus – Unsere Baustelle – Teil 2

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Im März 2013 haben wir angefangen, die ersten Aufträge zu vergeben. Erstmal konnten wir nur im Erdgeschoss renovieren, da im oberen Stockwerk noch die Vorbesitzer wohnten.
Im Erdgeschoss befanden sich: Zwei Schlafzimmer, eine Küche (Durchgangszimmer), ein Wohnzimmer, ein Wintergarten. Einen Halbstock tiefer befand sich in Richtung Stall ein kleines altmodisches Bad.

Das ehemalige Badezimmer befand sich schon fast im Stall.

Das ehemalige Badezimmer befand sich schon fast im Stall.


Das Badezimmer war kalt, altmodisch und man hatte das Gefühl, dass man schon halb im Stall war. Es war also an einer Stelle, die ich für ein Badezimmer völlig ungeeignet finde.

Das erste Schlafzimmer befand sich hinter der Küche, wie es früher in solchen Wohnhäusern ja häufig war. Das zweite Schlafzimmer ist vom Gang aus erreichbar.

Der Wintergarten befand sich vor dem Küchenfenster und war hauptsächlich aus Holz. Es war im Winter kalt, im Sommer heiß und in der Küche war es stockdunkel.

Das Wohnzimmer war sehr niedrig (die Decke war abgehängt) und durch den Wintergarten dunkel.

Nun sind wir keine Wohnzimmermenschen. Wenn wir ein Wohnzimmer nutzen, dann abends, wenn wir gemütlich auf dem Sofa sitzen, ein Buch lesen oder im Internet surfen oder einen Film anschauen wollen. Das heißt, im Schnitt kommen wir nicht sehr häufig dazu, einen solchen Raum zu nutzen und wenn, dann sind wir unter uns. Im Allgemeinen ist dieser Raum ein Rückzugsraum, kein Vorzeigeraum, wie das früher so häufig der Fall war. Unser Leben spielt sich in der Küche ab. Bei Tino zu Hause gab es nur einen großen Raum im unteren Stockwerk, der natürlich die Küche enthielt, einen Esstisch und eine Ofenbank. Bei mir zu Hause wurde in der Küche am großen Tisch alles gemacht: Gegessen, gespielt, geredet, Hausaufgaben, etc.. Das Wohnzimmer wurde hauptsächlich zum Fernsehen genutzt oder von uns Kindern als Spielzimmer.

Wir haben uns also entschieden, dass wir kein Wohnzimmer im Erdgeschoss brauchen. Stattdessen haben wir ein Badezimmer eingebaut, direkt neben der Küche, im Wohnbereich. Und eine Abstell- oder Speisekammer, die unsere Küchenzeile verlängert, sodass wir Sachen schnell zur Hand haben aber nicht dauerhaft vor Augen. Außerdem haben wir anstelle des über die Küche erreichbaren Schlafzimmers, ein Esszimmer eingerichtet. Den Wintergarten haben wir abgerissen.

Die Küche ist groß genug, dass zwei gemütliche Sessel Platz haben und am Ofen haben wir eine Bank geplant, die breit genug sein wird, dass sich eine Person hinlegen kann.

Kategorie: Haus und Garten | Tags: ,

Unser Haus – Unsere Baustelle – Teil 1

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Ich dachte mir, ich könnte heute mal ein bisschen mehr über unser Haus schreiben. Es ist ein wichtiges Thema hier bei uns und wir sind immer sehr damit beschäftigt zu planen, Angebote einzuholen, Arbeiten zu kontrollieren, etc.

Im September 2012 haben wir das Haus zum ersten Mal besichtigt. Es war alt, dunkel, ungepflegt, verraucht, die Grundstücksgrenzen waren nicht klar, die Vorbesitzer wollten noch eine Weile wohnen bleiben. Alles in allem nicht die idealen Voraussetzungen. Aber: Die Lage war traumhaft und das Haus hatte eine Menge Potential und viel Platz.

Die Lichtverhältnisse im ehemaligen Wohnzimmer und Küche (auf der anderen Seite des Durchgangs) im März am frühen Abend.

Die Lichtverhältnisse im ehemaligen Wohnzimmer und in der Küche (auf der anderen Seite des Durchgangs) im März am frühen Abend.


Zum Vergleich: Das Badezimmer befindet sich nun dort, wo vorher das große Wohnzimmerfenster war. Vom Bad kommt man direkt in die Küche, die Sonne scheint zum Fenster herein und macht alles hell und freundlich (Aufnahme Weihnachten 2013 Mittags)

Zum Vergleich: Das Badezimmer befindet sich nun dort, wo vorher das große Wohnzimmerfenster war. Vom Bad kommt man direkt in die Küche, die Sonne scheint zum Fenster herein und macht alles hell und freundlich (Aufnahme Weihnachten 2013 Mittags)

Ein paar Eckdaten, warum wir uns trotz aller Hindernisse für das Haus entschieden haben:
Das Haus wurde 1939 gebaut, es besteht aus einem Wohnteil und einem Stall mit Heuboden. Insgesamt hat das Grundstück eine Fläche von etwas mehr als 800 Quadratmetern. Alle Einrichtungen des täglichen Bedarfs sind in höchstens 10 Minuten zu Fuß zu erreichen (Wie lang ich mit Murmeli brauche, um die weiter entfernten Läden zu erreichen, habe ich noch nicht ausprobiert. Zu den 5 Minuten entfernten Läden brauchen wir ca. 45 Minuten). Der Spielplatz befindet sich unmittelbar gegenüber von unserem Haus, Schule und Kindergarten befinden sich in einem 5 Minuten Radius, zur Volksschule muss das Murmeli nur unsere Straße überqueren (welche eine Sackgasse ist). Die nächste Bushaltestelle ist ebenfalls in diesem Radius, die Busverbindungen sind (für eine Kleinstadt) sehr gut (Busse spätestens alle 15 Minuten). Das Haus ist solide gebaut, das Dach ist in Ordnung, es ist flexibel, sodass wir die Raumaufteilung machen können, wie es für uns praktisch ist, es gibt viel Raum um sich zu verwirklichen (im Stall zum Beispiel).

Bei Vollzeitvater gab es mal eine Liste mit Kriterien für den Hauskauf. Unsere Kriterien waren ähnlich, aber nicht genau gleich. Zum Beispiel haben wir kein Auto, uns waren also die drei Stellplätze, die wir hier hatten, herzlich egal. Aber insgesamt gefällt mir die Liste gut.

Unsere MUSS-Kriterien:

Es muss Platz für eine große Familie sein
Es muss einen großen Garten geben
Kein Fertigteilhaus
30er Zone
Einkaufsmöglichkeiten zu Fuß gut zu erreichenn
Volksschule zu Fuß gut zu erreichen
Gute Bus-Verbindungen
Es muss einen Keller geben
Darf nicht im gleichen Stadtteil liegen, in dem die Großeltern leben
Platz für eine Waschküche und einen Trockenraum (Waschküche ja im Erdgeschoss, „Trockenraum“ auf dem Dachboden)

Nice-to-have:
Baujahr vor dem Kriegsanfang
Spielplatz in unmittelbarer Nähe
Ein Holzofen (Haben wir selbst noch einbauen lassen)

Kann-Kriterien:
Die Möglichkeit aus dem großen Haus später mal zwei Wohnungen zu machen (Haben wir vorgesehen)

Tatsächlich sind wir nicht im gleichen Stadtteil, wie die Großeltern, aber sie sind sehr gut mit dem Fahrrad und notfalls auch zu Fuß zu erreichen (Mit Kinderwagen dauert das etwa so lang, wie mit einem laufenden Murmeli zum Einkaufen). Das ist enorm praktisch, weil das Murmeli doch recht häufig bei seinen Großeltern ist.

Das mit der Waschküche im Erdgeschoss und der Wäscheleine auf dem Dachboden ist unpraktisch, lässt sich aber leider nicht anders machen. In der Waschküche selber trocknet Wäsche extrem schlecht und sie ist auch eigentlich zu klein zum Wäsche aufhängen. Jetzt im „Sommer“ ist das Fenster dauerhaft gekippt, wodurch das Trocknen klappt, ich (bzw. im Moment Tino) bringe im Moment nur große Sachen auf den Dachboden (Bettwäsche zum Beispiel). Einen Trockner haben wir nicht. Ich würde auch gern mal unsere Wäschespinne ausprobieren, aber es regnet ja andauernd…

Last weeks „Just for me“ moments

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Diesen Montag möchte ich mich Mama Miez anschließen und meine Momente der letzten Woche vorstellen, die für mich ganz allein waren oder für mich eine besondere Auszeit vom Alltag bedeutet haben.

Wir vergessen im Alltag viel zu oft auch auf uns selbst zu schauen. Diese Serie soll uns unterstützen, die besonderen Momente für uns selbst im Alltag zu finden und bewusst zu erleben. Eine sehr wichtige Sache, wie ich finde.

1) Dienstag Abend waren Tino und ich bei den Bregenzer Festspielen. Davor waren wir noch zusammen etwas essen. Das Wetter war gegen Abend endlich ein bisschen besser geworden, sodass wir draußen im Biergarten sitzen konnten. Auf dem Weg zur Seebühne haben wir dann noch einem atemberaubend schönen Sonnenuntergang auf der anderen Seeseite zusehen dürfen bevor wir uns dann ganz Mozarts Zauberflöte hingegeben haben. Alles in allem ein wunderschöner Abend zu zweit.

2) Seit Donnerstag Mittag liege ich im Bett, nur für Baby natürlich. Da ich im Bett liegen unwahrscheinlich anstrengend finde, vor allem, wenn ich es nicht freiwillig tue und länger als einen oder vielleicht zwei Tage liegen muss, sind die besonderen Momente seitdem eher mit dem Aufstehen verknüpft. Gestern war ein besonderer Moment, als ich aufgestanden bin, um mich zu duschen. Ich habe mir sehr viel Zeit gelassen und mich danach ordentlich mit Körperöl von Dresdner Essenz eingeölt, welches ich sehr gern habe. Öl zieht bei mir gut ein, weil die Haut so trocken ist, wohingegen Körpermilch oder -butter immer einen Schmierfilm hinterlässt, den ich absolut unangenehm finde.
Frisch geduscht und nach Öl duftend durfte ich mich dann wieder ins Bett legen.

3) Kuscheln mit Murmeli. Das Murmeli ist im Moment fast ausschließlich bei seiner Oma, weil ich im Bett liegend nicht gut für es sorgen kann. Tino muss arbeiten gehen. Da sind die Momente, in denen das Murmeli am Abend bei mir liegt, seine Milch trinkt und mit mir ein Buch anschaut, etwas ganz besonderes für mich.

Kategorie: Just for Me, TinkaBell | Tags:

Baby kündigt sich an

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33. Woche und Baby kündigt sich schon an. Beim Murmeli war es ähnlich, da habe ich um diese Zeit meine Tage auf dem Sofa verbracht. Viel gelesen, viel ferngesehen, aber bloß nicht aufgestanden. Tino konnte von zu Hause aus arbeiten und so gab es kaum einen Grund, warum ich aufstehen sollte.
Das kann ich dieses Mal kaum tun. Das Murmeli will Aufmerksamkeit, nach draußen gehen, etwas zu Essen. Und die Tagesmutter ist immer noch im Urlaub. Tino könnte vielleicht von zu Hause aus arbeiten, aber das Murmeli will auch von ihm Aufmerksamkeit, wenn er da ist. Keine guten Voraussetzungen.
Jetzt muss Tinos Mama ran, sie holt das Murmeli und kümmert sich um es. Gut, dass sie gerade auch nicht arbeiten muss. So kriegen wir hoffentlich die zwei Wochen rum, bis die Lungenreife fortgeschritten genug ist. Am liebsten würden wir es bis 37+1 schaffen, so wie beim Murmeli. Dann ist Baby „pünktlich“.

Und es gibt noch wahnsinnig viel zu erledigen. So haben wir immer noch nicht genug Windeln, weil der Laden, in dem man die Windeln kaufen können sollte, noch nicht beliefert wurde. Der Kindersitz ist noch voller Kekskrümmel vom Murmeli, das Babybett steht noch nicht, Murmelis Sachen sind noch nicht gepackt, meine Sachen sind zur Hälfte gepackt.

Der Hausbau ist noch im vollen Gange. Meinem Wunsch, ab August keine Baustelle (bzw. keine Bautätigkeiten) mehr zu haben, wurde nicht entsprochen. Es ging sich zeitlich nicht aus. Jetzt muss das Haus noch winterfest gemacht werden.

Am Besten sollte ich gar nicht daran denken. Es wird schon alles gut gehen. Und, wie Tino vorhin noch sagte: „Wenn Baby wirklich so früh kommt, dass wir das nicht mehr schaffen, muss es eh im Krankenhaus bleiben und dann haben wir noch ein paar Tage Zeit, um die Babysachen fertig herzurichten.“ Er hat ja Recht. Ich sollte mich auf die Sachen für Murmeli und mich konzentrieren.

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Das erste Ja

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Beim ersten Mal, als das Murmeli „Ja“ gesagt hat, waren wir auf einer Sonnwendfeier. Es war schon recht spät, es gab unglaublich viel zu gucken. Das Murmeli ist nicht zur Ruhe gekommen, auch nicht, als wir es im Wagen ein wenig abseits hin und her geschoben haben. Irgendwann war es dann Zeit zum gehen. Wir haben das Murmeli gefragt, ob wir jetzt nach Hause gehen sollen und ob er jetzt ins Bett möchte. Mit einem großen zufriedenen Seufzer hat es „Ja!“ gesagt.

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Rapunzel, Rapunzel…

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Haarschnitt

So weit soll es beim Murmeli nicht kommen. Deshalb musste es heute Haare lassen. Eine Tortur, für mich. Das Murmeli war schwer beschäftigt mit der neuen Becherlupe. Trotzdem drehte es ständig den Kopf, stand zwischendurch auf und holte irgendwas, … Am Ende hat das Murmeli dann mit seinen abgeschnittenen Haaren in der Becherlupe experimentiert. Na gut, wenns hilft… Bin gespannt, wo ich noch überall Haare in der Küche finde.

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Die liebe Verwandtschaft

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Seit knapp zwei Wochen habe ich Urlaub. Genau, wie meine Verwandtschaft. Deshalb haben wir jetzt dauernd jemanden zu Besuch. Erst die Schwester, dann den Papa, dann die andere Schwester. Das heißt leider, dass ich im Moment nicht zum Schreiben komme. Entweder der Laptop ist besetzt oder das Murmeli tippt mit oder es ist sonst etwas los. In einer Woche wird es dann hoffentlich wieder ein bisschen ruhiger.

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Ein Tag wie jeder andere

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So sieht bei uns ein Arbeitstag aus.

05:30 – Wir werden von Rufen aus dem Kinderzimmer geweckt: Ich bin wach, ich will aufstehen. Das Murmeli steht im Bett und wartet darauf, dass wir es zu uns holen. Tino oder ich tapsen schwankend nach nebenan, nehmen das Murmeli auf den Arm, legen uns mit ihm wieder ins Bett und drücken ihm seine Milch in die Hand. Auf dass es noch ein bisschen Ruhe gibt.
06:00 – Der Wecker klingelt. Die Milch ist auch leer. „Meeh“ ertönt es vom Murmeli. Es hat sich aufgesetzt und zeigt auf den Wecker. „Meeh“, das heißt „mehr“ und wird für alles gebraucht, was das Murmeli haben will.
06:05 – Der Wecker klingelt wieder. Das Murmeli will aufstehen. Es klettert aus dem Bett, tapst zu Tinos Seite und stellt das Radio an.
06:15 – Tino steht auf. Macht sich fertig, macht Frühstück. Das Murmeli versucht weiterhin mich aus dem Bett zu kriegen.
06:30 – oder auch später. Endlich komme ich auch hoch. Das Murmeli wird gewickelt, angezogen. Lauter Protest, gewickelt werden mag es nicht. Angezogen werden auch nicht. Lieber will es weiter mit dem Radio spielen. Ich gehe schon mal vor in die Küche. Das Murmeli wird mir nachkommen, wenn es soweit ist. Zeit, um mich fertig zu machen.
06:45 – Frühstücken.
06:50 – Tino muss langsam los. Das Murmeli mag sein Frühstück nicht essen.
07:00 – Das Murmeli will jetzt aufstehen und spielen. Tino ist schon weg. Hände waschen, möglichst selbst nicht wieder dreckig werden. Das Murmeli ermuntern doch noch etwas zu essen. Keine Chance. Den Teller mit Brot auf die Küchenzeile stellen, wo Murmeli dran kommt, wenn es noch was will.
07:05 – Musik hören, schnell noch die Sachen für den Tag vorbereiten, den Frühstückstisch abräumen, die Spülmaschine ausräumen, Wickeltasche packen…
07:15 – Mich aufs Sofa setzen und dem Murmeli beim Spielen zuschauen.
07:20 – Das Murmeli wird unruhig. Versuchen, das Murmeli zum weiterspielen zu bewegen.
07:25 – Murmeli will nicht weiterspielen.
07:30 – Ok, gehen wir nach draußen. Super, es nieselt. Es gibt Pfützen. Das Murmeli sammelt als erstes Steine ein, wirft sie durch die Gegend, sammelt sie wieder ein. Ein paar Autos kommen. Murmeli schnappen, festhalten, erklären, dass es auf die Seite gehen muss, wenn Autos kommen. Die Steine werden in die nächstgrößte Pfütze geworfen. Murmeli festhalten, „Nein, du kannst da jetzt nicht reinlaufen, du hast keine Gummistiefel“ an. Ich sammel die Steine wieder ein, gebe sie ihm. Murmeli läuft zum Spielplatz, will im (nassen) Sand spielen. „Nein, ich möchte nicht, dass du jetzt im Sand spielst“, Murmeli schnappen, wieder zurück zur Straße gehen. Wie spät ist es?
07:40 – Noch zu früh, um das Murmeli abzugeben. Ich stelle das Murmeli auf unsere Mauer, balancieren gefällt ihm gerade sehr gut. Und es wird nicht nochmal dreckig. Langsam wird das Murmeli echt quengelig. Hunger? Vielleicht… Das Frühstück ist schon verräumt. Müde scheint es auch zu sein. Kein Wunder, es ist ja schon seit Ewigkeiten wach.
07:45 – Na gut, holen wir den Kinderwagen.
07:46 – „Komm, Murmeli, ich setze dich in den Wagen.“ Ein riesen Geschrei. Nein, kein Kinderwagen. Aber tragen kann ich ihn auch nicht mehr so weit. Höchstens mal auf die Mauer setzen oder so. Also gehe ich schonmal vor. „Murmeli, kommst du?“ Das Murmeli geht wieder zurück zu seinen Steinen. Diesmal läuft es dann auch in die Pfütze. Nein. Nasse Schuhe, dreckige Hände, dreckige Hose, weil es zwischendruch gestolpert ist. Ich kanns nicht ändern.
07:50 – „Murmeli, jetzt gehen wir aber“. Murmeli einpacken, in den Kinderwagen setzen. Riesen Geschrei. Sobald ich anfange zu schieben, ist das Schreien vorbei. Tja…
07:52 – Kinderwagen bei der Tagesmutter unterstellen. Murmeli aus dem Kinderwagen heben. Murmeli noch ein bisschen rumlaufen lassen.
07:55 – „Komm, wir klingeln.“ Murmeli läuft zur Haustür, will klingeln. Aber ein anderes Kind hat uns schon bemerkt und macht die Tür auf, bevor das Murmeli dazu kommt.
07:57 – Ich ziehe dem Murmeli die Schuhe und die Jacke aus. Stelle die Tasche hin. Sage ihm „Tschüß, Murmeli, hab einen schönen Tag“. Das Murmeli klammert sich an mich. Hm. Ok. Ich gehe noch mit rein. Das Murmeli sieht das Spielzeug, ist begeistert, fängt an zu spielen. Ich drehe mich um und will mich aus dem Raum stehlen aber das Murmeli bemerkt das. Gut, dass die Tagesmutter immer schon vorbereitet ist und einiges zu Essen hinstellt. Wir drücken dem Murmeli ein Stück Brot in die Hand. Es isst. Super. Wahrscheinlich ist 7:00 Uhr einfach zu früh.
08:05 – Ich habe es endlich geschafft loszukommen. Sicher wird das Murmeli wieder protestieren, aber ich habe es nicht mehr mitbekommen. Es beruhigt sich auch schnell wieder. Ich hole mein Fahrrad und fahre los. Der Arbeitstag beginnt.
16:10 – Tino fährt nach Hause und holt das Murmeli ab.
17:15 – Ich komme auch nach Hause. Mache Abendessen. Das Murmeli hat schon Hunger. Wir essen, räumen das notwendigste auf, versuchen uns ein bisschen zu erholen. Das Murmeli will sehr viel Aufmerksamkein in diesen Stunden. Wir gehen nochmal nach draußen, organisieren die nächsten Baustellensachen, wenn möglich.
19:00 – Das Murmeli bekommt seine Milch. Dabei läuft es erst noch im Zimmer rum, irgendwann kommt es zu mir oder zu Tino zum kuscheln. Wenn wir den Eindruck haben, dass es ruhiger wird, gehen wir in sein Zimmer. Es wird nochmal gewickelt, der Schlafanzug wird angezogen. Dann kuschel ich mich mit ihm auf die Bettdecke, die vor seinem Bett liegt. Ich singe sein Gute-Nacht-Lied, sage sein Gute-Nacht-Gebet. Das Murmeli steht auf und will in sein Bett. Ich lege mich wieder auf die Decke. Es kann mich sehen, es kann seine Hand nach mir ausstrecken. Wenn die Milchflasche leer ist, gibt es sie mir. Dann dreht es sich um und versucht zu schlafen. Manchmal klappt das, machmal nicht. Meistens braucht es einfach ein bisschen Zeit. (Tinos Ins-Bett-Geh Ritual sieht anders aus, aber das müsste er selbst beschreiben).
20:00 – Das Murmeli schläft. Ich auch.
21:30 – Ich werde wieder wach. Mist, schon wieder meine freie Zeit verschlafen. Wann soll ich jemals zu irgendetwas kommen? Noch ein paar Worte mit Tino wechseln. Noch versuchen ein bisschen mehr Chaos zu beseitigen.
22:00 – Ab ins Bett. Ich bin hundemüde.

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Es rumst!

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Die Handwerker sind da und reißen die Wand ein. Und das ist verdammt laut. Jedes mal, wenn wieder etwas Mauer wegbricht, rumst es. Und ich sitze hier und denke, mir stürzt gleich die Decke auf den Kopf.
Oh liebes Häuschen, bleib stehen!

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