Kindersprache

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Gestern baute T. eine Kissenburg um sich herum und verkündete: „I bin i Kuhfladen“

Ich bin mir fast sicher, dass das nicht gemeint war. Vermutlich wollte sie sagen: „Ich bin ein Kaufladen“, Kuhfladen kam dann vermutlich vom hiesigen Dialektausdruck „Koofa“ für „Kaufen“, also „Kooflada“.

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Vorhersehbar

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Wir haben im Garten Sonnenfänger (wie diese hier). J. und T. haben diese jeweils in die Mitte der kleinen Flecken mit Schneeglöckchen gesteckt, die bei uns im Garten wachsen. Es sollten Dächer sein, damit die Schneeglöckchen nicht nass werden. Einer der Sonnenfänger steckte nun also sehr nah am Fahrradweg, so nah, dass man nur die Hand ausstrecken musste, um ihn mitzunehmen. Ich habe schon am ersten Tag, als der Sonnenfänger dort stand gesagt, dass er dort nicht stehen bleiben darf, weil er sonst weg kommt. V. konnte das nicht ganz nachvollziehen, er meinte: „Lass sie doch“. Am nächsten Tag stand der Sonnenfänger wieder am Fahrradweg. Ich habe ihn dann dort gelassen. Es hat etwa eine Woche gedauert, aber als ich heute morgen aus der Haustür kam, lag er zerbrochen auf der Straße. Der Stab ist weiterhin verschwunden.

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WMDEDGT 3/2017 – Funken

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Funken

Heute ist wieder der 5. und es ist wieder ein Sonntag. Dieses Mal war es aber ein recht ereignisarmer Tag. (Hier gehts zu WMDEDGT bei Frau Brüllen)

Heute morgen wurde ich schlafen gelassen, als ich aufgestanden bin, wurde mir erzählt, dass es heute Morgen geschneit habe. Na toll. Denn ich wünsche mir im Moment sehr, dass der Frühling kommt. Beim Aufstehen hatte es dann „nur“ noch geregnet.

Nach dem Frühstück wurde das Wetter aber zumindest trockener, wir sind in den Garten gegangen. Dort habe ich mir E. im Tragetuch auf den Rücken gebunden, T., J. und V. haben am hinteren Garten beim Gemüsebeet geschaufelt. Der Wind war kalt, aber mit Laufradfahren und kleiner Mittags-Jause haben wir es etwa drei Stunden ausgehalten. Irgendwann wurde E. dann unruhig, sie musste stillen und gewickelt werden. Als wir damit fertig waren, habe ich Lasagne für das Abendessen gekocht und Frikadellen für nächsten Donnerstag. Außerdem haben wir die Reste der vergangenen zwei Tage aufgewärmt: Spinat, Bratkartoffeln und Rührei und Spinatspätzle. Zusammen mit Apfel, Birne und Kohlrabi war das unser Mittagessen.

Beim Essen wurde E. wieder unruhig, ich kuschelte mich mit ihr ins Bett und bin dort eingeschlafen und erst zwei Stunden später wieder wach geworden. Während ich geschlafen habe, hat V. mit den Kindern das Kinderzimmer aufgeräumt, damit sie dort besser Lego bauen konnten und einen Berg an Wäsche gefaltet und verräumt, während die Kinder eine Folge „Urmel aus dem Eis“ gesehen haben.

Ich habe die zweite Maschine Wäsche aufgehängt und in den Trockner geräumt und die Windelwäsche eingeschaltet, die zweite Spülmaschine des Tages ausgeräumt, die Lasagne in den Ofen geschoben, etwas mit Lego gespielt, versucht T. vorzulesen und mit T. den Tisch gedeckt.

Dann gab es Abendessen, wir zogen uns schnell etwas an, ich stillte E. nochmal, T. und E. wurden gewickelt, alle wurden aufs Fahrrad/in den Kinderanhänger gesetzt und wir fuhren zum Funken.

Beim Funken trafen wir die Oma. Das Holz war sehr nass, der Wind war stark, es hat lang gedauert, bis die Hexe abgebrannt war. E. war im Tragetuch und hat völlig fasziniert das Feuer angeguckt. T. war die Blasmusik zu laut, J. wollte am liebsten ganz nah ans Feuer, bis es ihm dort zu warm geworden war.

Bis das Feuerwerk anfing, spielte T. noch auf dem Spielplatz und wir trafen dort andere Kinder auf ihrem Kindergarten.

Das Feuerwerk war lang. Irgendwann ist es T. zu viel geworden und (mir war es auch schon zu viel), wir sind zurück zu den Fahrrädern gegangen. Auf dem Rückweg sind alle Kinder eingeschlafen und wir konnten sie zu Hause gleich ins Bett bringen.

V. und ich sahen noch eine Folge „Heroes“ und jetzt schreibe ich noch den Tag auf und veranschiede mich hundemüde ins Bett.

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Föhn

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Gestern Abend waren V. und ich im Kino. Der Film war „La La Land“. Ich fand ihn eher geht so. Die Musik hat Ohrwurmcharakter wiederholt sich aber im großen Ganzen dauernd. Die Handlung war kitschig. Das Ende passte nicht zum ganzen Kitsch davor.

Um nicht gleich nach Hause zu eilen, sind wir nach dem Film noch schnell zum Fast-Food Asiaten gegangen und haben uns eine Portion Hähnchenspieße geteilt.

Wir kamen also spät ins Bett. Die Kinder schliefen schon. Soweit war alles gut.

Dann fing E. in der Nacht an zu Husten und hörte nicht mehr auf, bis sie sich einmal über mir und unserem Bett übergeben hatte und sich selbst noch mitten in die Milchpampe rein gelegt hatte. Nachdem wir geduscht/gewaschen waren und das Bett neu bezogen war, waren wir dann hellwach. Dementsprechend müde waren wir heute morgen. Ich fühlte mich als Zombie, V. stellte den Kindern eine Folge „Urmel aus dem Eis“ an. Zu allem Überfluss wachte J. auch noch mit einer üblen Laune auf, er war am Abend definitiv zu spät eingeschlafen.

Wir mussten zu unserer allwöchentlichen Einkaufstour, doch dieses Mal machten wir es anders als sonst. Während V. alle Geschäfte und Marktstände abklapperte, die am Mittag schließen würden, verweilten die Kinder und ich am nahegelegenen Spielplatz. Wir aßen dort zu Mittag (Picknick mit Brezeln, Wurst, Käse, Äpfeln und Möhren) und als es Zeit wurde langsam wieder aufzubrechen, ging ich auf eine zweite Einkaufstour im Supermarkt, während V. mit den Kindern beim Spielplatz blieb.

Nach dem Einkaufen fuhren wir auf unseren Fahrrädern mit einem proppenvollen Kinderanhänger (E. und alle Einkäufe) und zwei Kindern in Fahrradsitzen nach Hause, wo ich schnell die Einkaufsbeutel ausräumte, E. wickelte und stillte, bevor wir wieder losfuhren. T. war im Fahrradsitz eingeschlafen, sie haben wir dann in den Anhänger gesetzt. Wir wollten M.s Haus, welches nun im Rohbau steht, angucken. Es hatte zwar den ganzen Tag schon stark gestürmt, sodass wir schon einige Teile von der Terasse ins Haus holen mussten, aber nun fing es so stark an zu stürmen, dass wir auf unseren Rädern kaum noch vorwärts gekommen sind. Im Haus, das nur mit einer Plane abgedeckt ist, die sich losgerissen hatte, war es unglaublich laut, es pfiff und knallte die ganze Zeit. Der Föhn wurde immer stärker und es fing an zu tropfen, wir entschlossen uns noch bei Oma und Opa zum Kaffee vorbei zu fahren, sie hatten das Haus auch angeguckt und konnten zumindest J. im Auto mitnehmen. Als wir dort ankamen, waren V. und ich total platt.

Nach dem Kaffee mussten wir dann aber doch wieder nach Hause fahren. Es regnete nun nicht mehr. Zu Hause hat V. dann gekocht, während ich mit den Kindern ein Spiel aus der Bücherei ausprobiert habe. J. und T. waren, sobald wir nicht mehr draußen waren, heute sehr stark am Grenzen austesten. Beim Spielen gab es aber etwas Ruhe. V. kochte in der Zwischenzeit Spinatspätzle und als die fertig waren, haben wir zu Abend gegessen.

Eigentlich wollten wir heute Abend noch zum Funken gehen, das wurde uns dann aber zu viel. Wir werden morgen zum Funken bei Oma und Opa gehen.

 

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Socken 2

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Die Socken auf links anzuziehen gefällt J. sehr.  Endlich stört ihn nichts mehr.

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Schornsteinfeger, krankes Kind und Baustelle

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Heute wollte ich eigentlich die Zeit ohne Kinder nutzen und im Haus aufräumen. Die großen Kinder wollten mit ihrer Oma ist Hallenbad gehen. Dummerweise hatte aber T. schon gestern schlimmen Durchfall und heute Nacht auch. Wir haben sie schlafen lassen bis sie aufgewacht ist. Nur richtig da war sie heute morgen nicht und den Vormittag hat sie im Dämmerzustand verbracht. Also ist T. nicht mit zur Oma gegangen und stattdessen haben wir zusammen den Vormittag beim Arzt verbracht. Ins Hallenbad wäre sie natürlich sonst auch nicht gegangen. Bis nachmittags hat T. dann geschlafen, später wurde sie dann aber endlich etwas gesprächiger.

Außerdem war heute der Schornsteinfeger hier. Der Schornsteinfeger ist hier total schwarz. Als ich Kind war kam auch der Schornsteinfeger,  aber der war sauber. Dieser hier ist jetzt auf jeden Fall schwarz. Er kommt mit seinen Bürsten und fegt den Kamin und den Kachelofen. Außerdem putzt er noch die Ölheizung. Und dabei quatscht er ohne Unterbrechung. Er tut lustig und flucht,  er gibt Ratschläge und er redet von sich selbst immer als „der Schornsteinfeger“. Es ist lustig ihm zuzuhören aber nicht auf Dauer.

Gleichzeitig mit dem Schornsteinfeger war noch der Tischler angemeldet, der unsere Türen eingebaut hat. Der kam aber erst mal eine halbe Stunde zu spät. Er kommt immer zu spät oder auch gar nicht. Abmelden tut er sich auch nicht und man kann auch schon mal länger nichts von ihm hören, auch, wenn das eigentlich abgemacht war. Das scheint aber ein generelles Problem mit Handwerkern zu sein, zumindest ist das meine Erfahrung. Auf jeden Fall hat er nun zum dritten Mal die Badezimmertür angeklebt und sie wird wieder raus gehen, weil der PU Schaum auf dem Yton nicht hält. Die Frage ist nur, wie an es dieses Mal hält. 

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Socken 

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J. hasst Socken und Strumpfhosen. Jeden Morgen gibt es Theater: „Das ist nicht richtig! Die Boller stören!“ Und es ist nicht mal so, dass ihn die dicken Nähte stören würden, die ja immer an den Kindersocken sind, dann wäre ihm ja mit nahtlosen Socken geholfen. Ihn stören die Abschlüsse von den Nähten. Jetzt zuppeln wir also seit Monaten so lange an den Socken herum, bis es erträglich ist. Aber heute habe ich eine Idee und ich werde sie gleich morgen früh ausprobieren! Ich werde J. die Socken auf links anziehen. Ich bin gespannt, was er davon hält. Wahrscheinlich gar nichts, weil die Socken dann ja auch „nicht richtig“ sind.

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WMDEDGT 2/2017

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Was machst du eigentlich den ganzen Tag – 5.2.2017

Heute vor sechs Jahren haben wir geheiratet. Die Jahre sind schnell vorbei gegangen und doch nicht so schnell. Es ist eine Menge passiert. Ich habe mein Studium beendet, angefangen zu arbeiten, wir sind umgezogen, haben J. bekommen, sind nochmal umgezogen und nochmal umgezogen – dieses Mal ins eigene Haus – haben T. und E. bekommen, haben unser Haus Stück für Stück renoviert, haben uns geärgert, gefreut, haben gelacht und geweint.

Heute ist also das erste Mal, dass ich beim WMDEDGT mitmache.

Heute.

Was war denn alles heute?

Heute kam eine kleine T. ins Schlafzimmer getapst. „Mama“ sagte sie. E. lag noch in meinem Bett, ich hatte sie nachts zum Stillen zu mir genommen. Ich sagte T., dass sie zum Papa ins Bett gehen soll. Kurz darauf ein Schrei: „Papa! Mama!“, J. war wach geworden. Er schreit so lange in seinem Bett, bis einer von uns zu ihm geht. Das macht er so. Immer. Auch nachts. V. schälte sich aus seiner Bettdecke.

Gegen halb neun wurde ich wieder wach. E. wurde unruhig. Wir standen auf, es gab eine frische Windel, der Schlafanzug wurde ausgezogen, Pullover und Strumpfhose wurden angezogen. E. strahlte mich mit ihren Grübchen und ihrem zahnlosen Mund an. Ich legte sie auf den Teppich bis ich mich selbst angezogen hatte. Sie drehte sich in der Zwischenzeit auf den Bauch. Das macht sie seit gestern Abend.

Der Frühstückstisch war schon gedeckt als wir runter kamen, aber das Müsli fehlte noch. Ich fing an Hafer durch die Flockenquetsche zu quetschen. T. kam und wollte auf den Arm. Aber sie wollte auch Müsli. Und auf den Arm. Und Müsli, am besten sofort. J. saß schon am Tisch und hatte Hunger.

Irgendwann frühstückten wir, J. und T. noch im Nachthemd. J. beschwerte sich, ihm sei kalt. Aber anziehen wollte er sich nicht.

E sitzt jetzt mit uns am Tisch auf meinem oder auf V.s Schoß. Sie greift nach einem großen Löffel und schmeißt ihn vom Tisch. Und schmeißt ihn vom Tisch. Und schmeißt ihn vom Tisch. Und einmal quer über den Tisch.

Ich hatte mir vorgenommen, in die Kirche zu gehen. Wir haben einen neuen Pfarrer. J. und T. wollten mit, J. wollte sich nicht anziehen. Ich bin also mit T. allein gegangen.

T. hat in der Kirche fleißig mitgesungen. Und mitgeredet. Der Pfarrer hat eine Predigt gehalten, in der er das Bild von einem Ruderboot auf dem Bodensee benutzt hat. Und das Bild von einer Seilbahn. „Bodensee!“ rief T. begeistert. „Seilbahn, Seilbahn, Seilbahn!“ und „Guck mal Mama, Maria und Josef!“. „Mama, hör mal, da schreit E.!“ und ich erklärte ihr, dass das ein anderes Baby sei.

Nach der Kirche wollte sie dann noch mit den Schulkindern fangen spielen. Die Schulkinder haben das gar nicht richtig mitbekommen, aber T. hatte ihren Spaß. Wir sind dann noch schnell in die Bücherei gegangen und dann nach Hause.

Zu Hause angekommen haben T. und ich Mittagessen gemacht. T. wollte unbedingt Brokkoli schneiden, ich musste mich sehr zusammenreißen, dass ich ihr das scharfe Messer nicht aus den Händen gerissen habe. Danach waren die Kartoffeln dran und dann wurde es uninteressant und sie ist zu ihrem Papa und den Geschwistern ins Kinderzimmer gegangen, um Lego zu bauen.

Nach dem Mittagessen sind V. und T. dann ins Bett gegangen, ich habe E. gestillt, mir Kaffee gemacht und mit J. das Legohaus erweitert. Um drei habe ich V. wieder geweckt, er hat die Übernachtungstasche für die beiden großen Kinder gepackt und sie bei Oma und Opa abgeliefert. Heute Abend gehen wir zu zweit etwas Essen. Nachher werden wir E. noch zu Oma und Opa bringen und ein paar kurze Stunden zu zweit genießen. Wenn wir wieder nach Hause kommen, werden wir E. in ihr Bett legen und ich werde schlafen gehen, vielleicht sehen wir noch eine Folge Heroes. V. wird wach bleiben, denn heute ist Superbowl und den will er sich ansehen. Und dann ist auch schon morgen und unser sechster Jahrestag ist zu Ende.

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Immer im Wandel

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Mit der Wickeltasche ist das so eine Sache. Ich habe mir eine praktische Tasche ausgesucht, die man vergrößern kann, wo eine Wickelunterlage dabei ist usw. Sie hat Haken mit denen man sie gut am Kinderwagen befestigen kann.

Beim Murmeli haben wir sie zuerst sehr viel benutzt. Wir hatten Wechselsachen dabei, die wir (weil die Stoffwindeln dauernd ausgelaufen sind) auch ständig brauchten. Wir hatten Feuchttücher und Windeln und eine Thermoskanne mit heißem Wasser zum Muttermilch aufwärmen (weil ich in der Öffentlichkeit nicht stillen wollte), Stillhütchen und und und dabei.

Irgendwann habe ich den Kinderwagen kaum noch benutzt. Ich musste alles tragen. Irgendwann stiegen wir auf Wegwerfwindeln um. Ich gewöhnte mich ans Stillen in der Öffentlichkeit. Ich brauchte keine Stillhütchen mehr.

Die Wickeltasche wurde durch meine Mini-Tasche ersetzt. Drin waren: Portemonnaie, Handy, Schlüssel, Taschentücher, eine (Wegwerf-)Windel, eine fast leere Packung Feuchttücher.

Dann kam der zweite Stoffwindel-Anlauf. Nun dabei: Portemonnaie, Handy, Schlüssel, Taschentücher, Überhose, Einlage, Windelvlies, Feuchttücher, Windelbeutel.

Mit den zweiten Kind veränderte sich die Tasche wieder. Nun waren zusätzlich noch Windeln für das Baby dabei. Weil das gewählte Windelsystem sehr viel dichter hielt, brauchte ich aber keine Wechselkleidung mehr.

Dann ersetzte ich die Feuchttücher durch Waschlappen. Außerdem organisierte ich endlich eine Wasserflasche für unterwegs.

Nun also der aktuelle Inhalt, heute ausgepackt

Tasche

Rechts meine Sachen: Portemonnaie, Handy, Bleistift, Taschentücher, Handschuhe (es fehlt der Schlüssel, der ist in der Hosentasche, und der Kalender, den hatte ich vergessen)

Im Hintergrund der große Rucksack, er dient auch als Einkaufsbeutel

Links die Wickelsachen: Hinten Überhose und Windel vom großen (das Vlies hatte ich vergessen), davor links der Windelbeutel für die Dreckwäsche, rechts Überhose und Windel von der Raupe und Creme, die ich heute nicht brauchte. Vorne zwei Waschlappen.

Und irgendwo dazwischen die Wasserflasche, die für alle gebraucht wird.

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Minimalismus, Entschleunigung, Achtsamkeit?

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Das sind für mich drei Begriffe, die gerade total in Mode sind. Für mich hieß Minimalismus, dass man möglichst wenig besitzt. Man hat zum Beispiel einen Kindle, damit man nicht so viele Bücher im Regal stehen hat. Man hat einen IPod, damit man keine CDs braucht. Alles, damit man möglichst nichts herumstehen hat. Das waren so die Ansätze, die ich meistens irgendwo gelesen hatte. Aber, dadurch hat man ja nicht wirklich weniger, man hat es nur in einer anderen Form. Und ich finde Lesen am Bildschirm wesentlich anstrengender, als auf Papier. Außerdem will ich mich nicht immer vollständig von Technik umgeben. Und wenn ich keine Bücher mehr im Regal stehen habe, dann weiß ich am Ende überhaupt nicht mehr, welche Bücher ich eigentlich habe! Also habe ich das ganze als zwar einen ganz netten Ansatz angesehen, aber ansonsten für mich als nicht erstrebenswert betrachtet.

Entschleunigung und Achtsamkeit kommen meist im Doppelpack. Achtsamkeit, was heißt denn das? Darunter kann ich mir immer noch nicht so richtig etwas vorstellen. Entschleunigung? Das hieß für mich, dass man weniger macht, nicht dauernd Terminen hinterher rennt. Nur habe ich selbst eigentlich kaum Termine. Trotzdem habe ich kaum Zeit für irgendwas und Termine wären da nochmal weniger förderlich. Und ich denke, dass ich, in dieser neuen Stadt, eigentlich dringend Zeit für einen Verein oder ähnliches brauchen könnte, damit ich mehr Kontakt zu den Menschen hier bekomme.

Das führt mich zu einem Blogbeitrag von Maria auf Widerstand ist zweckmäßig.

Tatsächlich hat mich dieser Absatz ziemlich gut beschrieben:

Das Stichwort heißt Entschleunigung

Oft sind wir Getriebene. Wenn wir noch sitzen, dann machen wir uns gedanklich schon auf den Weg und wenn wir am Weg sind, dann denken wir schon an das Ziel und wenn wir das Ziel erreicht haben, dann sind unsere Gedanken schon bei der Auswahl der nächsten Ziele.

In Wahrheit verpassen wir aber genau mit diesem Verhalten den Moment, in dem sich gerade unser Leben abspielt. Ich glaube, dass ein Teil der Sinnentleertheit unserer Zeit genau aus diesem Phänomen heraus entsteht. Es ist schwer den Moment zu genießen, wenn ich in Gedanken ganz wo anders bin. (Maria auf „Widerstand ist zweckmäßig“)

Wenn ich Zeit habe oder in den letzten Jahren Zeit dazu hatte, um über mein Leben nachzudenken, dann fällt mir vor allem auf, dass ich nicht in der Lage bin, Augenblicke zu genießen. In den letzten Jahren habe ich verlernt, einfach mal nichts zu tun. Wenn ich keinen Termin habe, dann werde ich unruhig. Ich muss mir etwas zu tun suchen. Und es gibt ja auch immer unzählige Sachen zu machen. Ein großes Haus macht viel Arbeit, kleine Kinder auch.

Ich habe mir schon häufiger vorgeworfen, dass ich, wenn ich mit dem Murmeli mal etwas spiele, mit den Gedanken immer schon bei der nächsten Sache bin, die zu erledigen ist. Wenn das Murmeli mir etwas am Straßenrand zeigt, dann habe ich im Kopf, dass ich den Bus erreichen möchte. Wenn ich beim Kochen oder Aufräumen bin und das Murmeli mir etwas zeigen möchte, dann habe ich oft „keine Zeit“, um ihm die Aufmerksamkeit zu schenken, die ich ihm eigentlich schenken möchte (obwohl vielleicht gerade nichts anbrennen kann).

Ständig bin ich in Gedanken schon beim nächsten Schritt. Und das ist schrecklich! Ich fühle mich dabei so unwohl! Die Murmeli-Beispiele sind nur ein paar Beispiele, es gibt unzählige Situationen, wo ich geistig schon nicht mehr anwesend bin. Eine Weile war ich nicht mal mehr in der Lage, ein Gespräch zu führen und meinem Gegenüber wirklich zuzuhören (Ich glaube, das hat sich ein bisschen gebessert, aber gut ist es noch lang nicht).

Gleichzeitig gebe ich wirklich gern Sachen weg. Ich scheine zu merken, dass ich viel zu viele Sachen besitze. In dem Zusammenhang stellt sich mir gerade die Frage, ob ich die Sachen besitze oder die Sachen mich. Überhaupt ist Ausmisten eine Sache, die ich ganz gut kann. Als Kind habe ich Sachen, wo ich mir nicht 100% sicher war, dass ich sie weg tun wollte, kaputt gemacht und in den Müll geworfen, damit ich nicht auf die Idee gekommen bin, sie wieder rauszuholen (Stickeralben, Diddel-Blöcke, … was man als Kind nicht alles so gesammelt hat)

Mit Vorliebe sortiere ich alte Bücher aus. Die meisten davon habe ich gelesen und werde sie nicht noch einmal lesen. Mittlerweile versuche ich Bücher, die mich interessieren, in der Bücherei auszuleihen. Wenn ich Bücher mehrmals lesen möchte, kann ich sie mir immer noch kaufen. Meistens lese ich aber Sachbücher, die ich dann nicht mehrmals lesen möchte.

Bücher, das ist so ein Thema für sich. Ich habe Bücher geliebt! Ich konnte stundenlang lesen, was genau war eigentlich egal. Jetzt kann mich kaum ein Buch so fesseln, dass ich es bis zur Hälfte schaffe, bevor ich es weglege. „Was ist da los?“, frage ich mich.

Am liebsten würde ich auch Tinos Sachen aussortieren, Tino ist ein Sammler. Er kauft auch Sachen, die wir schon haben, nur weil die Aufmachung „schöner“ ist. Aber das sind ja nicht meine Sachen. Ich habe nur Angst, dass wenn ich zu viel von meinen Sachen aussortiere, am Ende nichts von mir bleibt und trotzdem alles vollgestopft ist. Das würde mich auch wieder unzufrieden machen.

Vielleicht muss ich die Begriffe für mich neu definieren.

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